Grelle Haltestelle in Leipzig

Grelle Haltestelle in Leipzig

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, einen Abend in Leipzig zu verbringen. Nach einem leckeren Abendessen bummelte ich mit Kollegen durch die Altstadt Richtung Hotel. Dabei kamen wir auch zum Augustplatz. Der ist umringt vom Gewandhaus, einem historischen Gebäude der Universität Leipzig, der Oper und dem Radisson Blu Hotel. Dort befindet sich auch eine große Straßenbahnhaltestelle. Und jede Menge Licht. Als ich aus der nicht gerade dunklen Fußgängerzone auf den Augustplatz trat, war ich erst Mal geblendet. Hier mein erster Eindruck:

Woher genau kommt das Licht? Der Hauptblickfang sind vier große weiße Flächen, die von unten mit Scheinwerfern angestrahlt werden und das Licht auf die Haltestelle und die umliegende Straße reflektieren. Dazu kommen grell erleuchtete Schutzhäuschen, die über den Platz verteilt stehen.

Auch die Lichtstärke ist mehr als großzügig. In den Wartehäuschen der Straßenbahnhaltestellen konnte ich 214 Lux messen. Als Vergleich, die EU-Richtlinie für Außenbeleuchtung DIN 13201-1 schreibt an Busbahnhöfen einen Wartungswert von 7,5 bis 20 Lux vor. Eine gute Wahrnehmung von Personen und deren Gesichtern wird bereits bei 1,5 bis 5 Lux erreicht. Eine gewöhnliche Straßenbeleuchtung hat 10 Lux. Selbst für stark frequentierte Treppen in diesen Bereichen werden nur 100 Lux vorgeschrieben. Dazu kommt, dass das verwendete Licht kalt-weiß ist, also einen hohen Blauanteil hat, der den biologischen Rhythmus beeinflusst und damit den Schlaf nachhaltig stören kann.

Ein weiteres Problem ist die Blendung. Der Platz an sich ist schon heller als die Umgebung, aber die Reflektorflächen strahlen extrem grell. Ein Autofahrer, der über den Augustplatz fährt, wird geblendet und fährt einige Sekunden blind. Eine gefährliche Situation in einem Bereich mit hohem Fußgängeraufkommen.

 

 

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